Nutzung und thermische Einordnung zuerst festlegen
Zu Beginn wird geklärt, wie der Wintergarten genutzt werden soll: saisonal, als geschützter Aussenbereich oder als ganzjährig konditionierter Raum. Diese Entscheidung beeinflusst Glasaufbau, Profile, Boden, Beschattung, Lüftung und den Anschluss an das bestehende Gebäude.
Die Nutzung wird nicht erst über einzelne Produkte definiert. Ein abgestimmtes Raum- und Energiekonzept schafft die Grundlage, auf der Fachplanung, Bewilligungsprüfung und Ausschreibung aufbauen können.
Bestand, Geometrie und Höhen verbindlich aufnehmen
Fassade, Dachrand, Türöffnungen, Gelände und vorhandene Leitungen werden vor der Werkplanung vollständig aufgenommen. Entscheidend sind die fertigen Höhen nach Fundation, Abdichtung, Dämmung und Bodenbelag – nicht nur ein Rohmass aus der Vorplanung.
Kontrollmasse und Bezugspunkte werden in einem bezeichneten Planstand festgehalten. So lassen sich Türen, Entwässerung und die spätere Raumhöhe prüfen, bevor Profile und Gläser produziert werden.
Fundation und Tragwerk gemeinsam dimensionieren
Die Lastabtragung des Anbaus muss mit Untergrund, Fundation und Anschlussdetails zusammenpassen. Neben Eigengewicht und Nutzung sind auch die standort- und konstruktionsbezogenen Einwirkungen durch die zuständige Fachplanung zu berücksichtigen.
Fundament, Randabschlüsse und Befestigungszonen werden so vorbereitet, dass die Montage toleranzgerecht erfolgen kann. Unklare Auflager oder nachträgliche Kernbohrungen führen sonst zu vermeidbaren Anpassungen an einer bereits bestellten Konstruktion.
Gebäudeanschlüsse und Wasserführung im Schnitt lösen
Der Übergang zu Fassade und Dach benötigt eine durchgehende Lösung für Schlagregen, Oberflächenwasser und Bewegungen zwischen den Bauteilen. Anschlussbleche, Abdichtungsebenen, Rinnen und Abläufe werden deshalb im Schnitt dargestellt und gewerkeübergreifend freigegeben.
Auch der Aussenraum gehört zur Planung. Beläge und Gelände müssen Wasser vom Baukörper wegführen, während Schwellen und Türen in der vorgesehenen Höhe nutzbar bleiben. Diese Anforderungen werden vor Fundation und Montage zusammengeführt.
Beschattung, Lüftung und Elektro früh koordinieren
Grosse Glasflächen reagieren stark auf Sonneneinstrahlung und Nutzung. Beschattung, Öffnungselemente und eine allfällige technische Lüftung werden deshalb als zusammenhängendes Konzept geplant. Bedienung, Wartung und Zugänglichkeit gehören zur Freigabe.
Stromzuführungen für Beschattung, Licht oder Steuerung benötigen definierte Leitungswege und Übergabepunkte. Diese werden vor dem Schliessen von Profilen und Anschlüssen mit der Elektroplanung abgestimmt und dokumentiert.
Werkplanung, Montagefolge und Abnahme dokumentieren
Vor der Produktion werden Geometrie, Öffnungsrichtungen, Glasaufbau, Oberflächen, Anschlüsse und Schnittstellen in einer freigegebenen Werkplanung zusammengeführt. Gleichzeitig wird festgelegt, welche Vorleistungen vor dem Montagetermin geprüft und protokolliert sein müssen.
Bei der Abnahme werden Funktion, sichtbare Oberflächen, Dichtungsanschlüsse, Entwässerung, Beschattung und Dokumentation kontrolliert. Restpunkte erhalten eine eindeutige Position, Zuständigkeit und Nachkontrolle.
- Nutzung und thermische Anforderungen vor der Produktauswahl festlegen
- Fertighöhen, Öffnungen und Anschlussmasse kontrollieren
- Fundation, Auflager und Befestigungszonen freigeben
- Abdichtung, Rinnen und Geländeentwässerung im Schnitt prüfen
- Beschattung, Lüftung und Elektroanschlüsse koordinieren
- Werkplanung, Montagevoraussetzungen und Restpunkte dokumentieren



