1. Nutzung und Einteilung vor dem Detailplan festlegen
Ein Einbau beginnt mit seiner Funktion. Stauraum, offene Nischen, Geräte, Garderobe, Sitzfläche oder Revisionszugang benötigen unterschiedliche Tiefen, Belastbarkeiten und Bedienräume. Diese Anforderungen werden zuerst mit Nutzung, Raumgeometrie und angrenzenden Türen oder Verkehrsflächen abgeglichen.
Eine klare Einteilung verhindert, dass technische Anschlüsse oder konstruktive Zwänge erst nach der Fertigung sichtbar werden. Zugleich entsteht eine belastbare Grundlage für Ansichten, Schnitte und die spätere Bemusterung.
2. Vom Rohbaumass zum fertigen Einbaumass planen
Massgebend sind nicht allein die Rohbaumasse. Putz, Vorsatzschalen, Unterdecken, Bodenaufbau, Sockel und fertige Oberflächen verändern Breite, Höhe und Tiefe des verfügbaren Raums. Für die Werkplanung wird deshalb bezeichnet, auf welchen Bauzustand sich jedes Mass bezieht.
Vor der Produktion erfolgt ein Kontrollaufmass zum vereinbarten Zeitpunkt. Dabei werden auch Winkel, Ebenheit und mögliche Abweichungen an Wand, Boden und Decke aufgenommen. Notwendige Fugen, Blenden oder Schattenanschlüsse werden geplant und nicht erst während der Montage improvisiert.
3. Befestigung und Bauteilaufbau gemeinsam klären
Raumhohe oder schwere Einbauten benötigen geeignete Befestigungszonen. Wand- und Deckenaufbau, mögliche Leitungen, zulässige Bohrbereiche und die Lastabtragung werden vor der Montage geklärt. Bei leichten Trennwänden kann bereits in einer früheren Bauphase eine Verstärkung erforderlich sein.
Auch der Anschluss an Bodenbeläge ist eindeutig festzulegen: Steht der Einbau auf dem Rohboden, auf dem fertigen Belag oder auf einem eigenen Sockel? Die Entscheidung beeinflusst Aufbauhöhe, Montagefolge, Austauschbarkeit und die Ausbildung der sichtbaren Kanten.
4. Elektro, Licht und technische Anschlüsse integrieren
Steckdosen, Schalter, Ladepunkte, Beleuchtung, Steuerungen oder Geräteanschlüsse müssen mit Rückwänden, Unterteilungen und Öffnungsbereichen übereinstimmen. Lage und Anschlussart werden in der Werkplanung dargestellt und mit der Elektroplanung abgeglichen.
Bei integrierten Lichtlinien gehören Profil, Zuleitung, Netzgerät, Revisionszugang und Schaltung zur Koordination. Wärmeabgabe und Lüftungswege technischer Geräte dürfen durch geschlossene Einbauten nicht unbeabsichtigt beeinträchtigt werden; die produktspezifischen Vorgaben sind deshalb vor der Freigabe zu prüfen.
5. Türen, Oberflächen und Montagefolge abstimmen
Fronten, Raumtüren, Beschläge und angrenzende Bauteile benötigen ausreichende Öffnungs- und Bewegungsräume. Griffe, Drücker, Sockel, Leibungen und Wandanschlüsse werden in den Ansichten so dargestellt, dass Kollisionen vor der Fertigung erkennbar werden.
Die Montagefolge wird mit Malerarbeiten, Bodenbelägen, Elektroinstallationen und der Schlussreinigung verbunden. Empfindliche Oberflächen benötigen Schutz, während Anschlussfugen und Nacharbeiten weiterhin zugänglich bleiben müssen. Ein abgestimmter Ablauf reduziert Beschädigungen und unnötige Demontagen.
6. Werkplanung und Montage dokumentiert freigeben
Vor der Bestellung werden Ansichten, Schnitte, Materialien, Farben, Beschläge und sichtbare Anschlussdetails in einem bezeichneten Stand freigegeben. Offene Punkte erhalten eine verantwortliche Stelle und einen Termin; mündliche Zwischenentscheide werden in den gültigen Planstand übernommen.
Nach der Montage werden Funktion, Oberflächen, Fugen, Anschlüsse und allfällige Restarbeiten geprüft. Die dokumentierte Abnahme schliesst den Einbau fachlich ab und stellt sicher, dass Bedienungs-, Pflege- oder Produktunterlagen der Bauherrschaft zugeordnet übergeben werden.
- Nutzung, Einteilung und notwendige Bedienräume festlegen
- Fertige Masse und Kontrollaufmass eindeutig definieren
- Befestigungszonen sowie Wand-, Boden- und Deckenaufbau prüfen
- Elektro, Licht und technische Anschlüsse in die Werkplanung übernehmen
- Öffnungsräume, Oberflächen und Montagefolge koordinieren
- Freigabe, Restpunkte und Abnahme nachvollziehbar dokumentieren



