1. Planstand und Detailgrenzen eindeutig festlegen
Vor der Ausführung wird geklärt, welche Fassadenpläne, Schnitte und Anschlussdetails gültig sind. Fenster, Dachrand, Sockel, Balkone, Durchdringungen und Materialwechsel müssen auf demselben Planstand geführt werden. Offene Detailpunkte erhalten eine verantwortliche Stelle und einen Termin für die Freigabe.
Entscheidend ist auch die Grenze zwischen den Fachplanungen. Die Zuständigkeit für Abdichtungen, Bleche, Dämmanschlüsse, Befestigungen und sichtbare Abschlüsse wird nicht erst auf der Baustelle verteilt, sondern vor der jeweiligen Etappe eindeutig bezeichnet.
2. Fenster- und Öffnungsanschlüsse gemeinsam prüfen
Fenster, Türen und andere Öffnungen unterbrechen den Fassadenaufbau. Lage im Bauteil, Befestigung, Anschlussfugen, äussere Wasserführung und innere Anschlussebene müssen als zusammenhängendes Detail betrachtet werden. Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem geplanten System und den projektspezifischen Anforderungen.
Vor dem Verdecken werden die tatsächlichen Einbaumasse und Anschlussflächen mit dem Detailplan abgeglichen. Abweichungen werden dokumentiert und geklärt, bevor Bekleidungen oder Anschlussbleche den Bereich unzugänglich machen.
3. Unterkonstruktion und Befestigungen kontrollieren
Unterkonstruktion, Konsolen und Befestigungsmittel übertragen Lasten und bestimmen die Lage der sichtbaren Fassade. Achsen, Abstände, Befestigungsgrund und vorgesehene Toleranzen werden deshalb vor der Bekleidung geprüft. Auch spätere Einbauten wie Leuchten, Beschriftungen oder Geländeranschlüsse benötigen früh definierte Befestigungszonen.
Materialverträglichkeit und Trennung unterschiedlicher Werkstoffe gehören in dieselbe Kontrolle. Wo Fachnachweise oder Systemvorgaben erforderlich sind, werden diese vor der Ausführung verfügbar gemacht und dem betroffenen Detail zugeordnet.
4. Feuchte- und Wasserführung nachvollziehbar halten
Niederschlag muss über die vorgesehenen Ebenen nach aussen geführt werden können. Sockel, Fensterbänke, Dachränder, Stösse und Durchdringungen werden deshalb hinsichtlich Gefälle, Überdeckungen, Entwässerungswegen und möglichen Rückstaubereichen gemeinsam betrachtet.
Bei mehrschichtigen Fassaden bleiben notwendige Hinterlüftungs- und Entwässerungsräume frei. Bevor die Bekleidung geschlossen wird, werden kritische Anschlüsse visuell kontrolliert. Ein allgemeines Standarddetail ersetzt dabei nicht die Prüfung der tatsächlichen Einbausituation.
5. Bauablauf, Schutz und Etappen abstimmen
Fassadenarbeiten sind von Gerüst, Dachabschluss, Fensterbau, Haustechnik und Umgebungsarbeiten abhängig. Die Etappenfolge zeigt, welche Vorleistungen geprüft sein müssen und welche Bereiche vor Witterung oder nachfolgenden Arbeiten zu schützen sind.
Teilfreigaben werden räumlich eindeutig bezeichnet. Damit lässt sich vermeiden, dass eine bereits geschlossene Fläche für fehlende Leitungen, Befestigungen oder Anschlüsse wieder geöffnet werden muss. Änderungen im Ablauf werden mit den betroffenen Fachstellen neu abgestimmt.
6. Verdeckte Details und fertige Oberfläche dokumentieren
Vor dem Schliessen werden ausgewählte Anschlüsse, Befestigungen und Leitungswege mit Ort, Datum und Planbezug fotografisch dokumentiert. Die Aufnahmen ergänzen die gültigen Pläne und Prüfvermerke; eine unsortierte Bildsammlung ohne Zuordnung genügt dafür nicht.
Nach Fertigstellung werden Fugen, Kanten, Materialwechsel, Öffnungen und sichtbare Beschädigungen kontrolliert. Restpunkte erhalten eine eindeutige Beschreibung, Zuständigkeit und Abschlusskontrolle. So bleibt der tatsächliche Ausführungsstand auch nach dem Rückbau des Gerüsts nachvollziehbar.
- Gültige Fassadenpläne und Anschlussdetails eindeutig bezeichnen
- Fenster, Türen und Durchdringungen vor dem Verdecken prüfen
- Unterkonstruktion, Befestigungsgrund und Einbauzonen kontrollieren
- Feuchte- und Wasserführung an kritischen Übergängen nachvollziehen
- Etappen, Vorleistungen und Schutzmassnahmen gemeinsam abstimmen
- Verdeckte Details sowie Restpunkte strukturiert dokumentieren



