1. Raumgeometrie und Arbeitsabläufe festlegen
Am Anfang stehen Nutzung und Raum. Laufwege, Öffnungsrichtungen, Sitzplätze und die Abstände zwischen Zeile, Insel und Hochschränken bestimmen, ob die Küche im Alltag funktioniert. Türen, Fenster, Brüstungen und fertige Raumhöhen müssen dafür auf demselben Planstand dargestellt sein.
Geräte und Schränke sollten nicht nur in der Ansicht, sondern auch mit geöffneten Türen und Auszügen geprüft werden. So werden Kollisionen früh sichtbar. Eine freigegebene Grundrissplanung bildet anschliessend die Grundlage für Haustechnik und Ausbau.
2. Wasser und Abwasser an die definitive Anordnung binden
Spüle und Geschirrspüler geben die Anschlusspunkte für Wasser und Abwasser vor. Bei einer Insel beeinflussen diese Leitungen zusätzlich Bodenaufbau und Deckendurchdringungen. Provisorische Masse reichen deshalb nicht aus: Die Positionen müssen vor den Rohinstallationen aus der freigegebenen Küchenplanung übernommen werden.
Leitungsführung, Gefälle, Schallschutz und Zugänglichkeit werden durch die zuständigen Fachplanenden und Fachunternehmen festgelegt. Änderungen nach dem Unterlagsboden oder nach dem Schliessen von Installationszonen führen schnell zu Eingriffen in bereits ausgeführte Bauteile.
3. Elektroanschlüsse und Geräteleistungen koordinieren
Kochfeld, Backofen, Kühlschrank, Geschirrspüler, Dunstabzug und Kleingeräte benötigen definierte Anschlüsse. Entscheidend sind nicht nur Anzahl und Lage der Steckdosen, sondern auch Anschlussleistung, Absicherung, Zugänglichkeit und die Vorgaben der gewählten Geräte.
Die Elektroplanung sollte zudem Beleuchtung, Bedienpunkte und allfällige Anschlüsse in der Insel enthalten. Anschluss und Prüfung gehören zu einem qualifizierten Elektrofachunternehmen. Eine koordinierte Installationszeichnung verhindert, dass Steckdosen hinter Auszügen oder nicht zugänglichen Geräten enden.
4. Lüftung und Gebäudehülle gemeinsam betrachten
Ob Umluft oder Abluft vorgesehen ist, wirkt sich auf Möbel, Decke, Fassade und Haustechnik aus. Eine Abluftführung benötigt einen abgestimmten Leitungsweg und einen fachgerecht geplanten Austritt. Bei dichten Gebäudehüllen sind zudem Luftnachströmung und das Zusammenspiel mit weiteren Anlagen zu beurteilen.
Diese Fragen werden vor der Bestellung des Dunstabzugs geklärt. Produktwahl und Leitungsführung müssen zusammenpassen; ein leistungsfähiges Gerät kann eine ungünstige oder zu spät geplante Führung nicht ausgleichen.
5. Licht als Teil von Küche und Raum planen
Arbeitsflächen benötigen gleichmässiges, blendarmes Licht. Pendelleuchten über einer Insel erfüllen eine andere Aufgabe als Licht unter Oberschränken oder die Allgemeinbeleuchtung des Raums. Positionen werden deshalb auf Arbeitsflächen, Möblierung und Blickrichtungen abgestimmt.
Auch Treiber, Schalter, Dimmer und Revisionszugänge brauchen einen festen Platz. Eine Bemusterung von Lichtfarbe und Oberflächen hilft, Reflexionen auf dunklen Fronten oder Stein früh zu beurteilen.
6. Bodenaufbau und fertige Masse absichern
Der fertige Boden beeinflusst Sockelhöhen, Anschlüsse und die Einbauhöhe der Geräte. Materialwechsel, Fugen und Übergänge müssen vor der Küchenmontage geklärt sein. Bei Inseln ist zusätzlich festzulegen, wie Befestigungen ausgeführt werden, ohne Leitungen oder Abdichtungen zu beschädigen.
Vor Produktionsfreigabe werden die relevanten Masse am Bau kontrolliert. Diese Schlussmessung ersetzt keine frühzeitige Koordination, bestätigt aber, dass die geplante Küche zum tatsächlich ausgeführten Raum passt.
7. Freigaben, Termine und Abnahme dokumentieren
Eine klare Freigabekette hält fest, welche Planung für Rohinstallation, Produktion und Montage gilt. Änderungen erhalten ein Datum, eine Zuständigkeit und eine Bewertung ihrer Auswirkungen auf Kosten und Termine. Damit arbeiten Küche, Sanitär, Elektro, Lüftung und Ausbau mit demselben Informationsstand.
Bei der Abnahme werden Fronten, Beschläge, Geräte, Beleuchtung, Wasseranschlüsse, Fugen und Oberflächen gemeinsam geprüft. Bedienungs- und Pflegeunterlagen sowie offene Punkte werden geordnet übergeben.
- Grundriss und Geräteanordnung freigeben
- Sanitär, Elektro und Lüftung koordinieren
- Licht, Oberflächen und Bodenaufbau abstimmen
- Fertige Masse vor Produktionsstart kontrollieren
- Montage und Abnahme dokumentieren



