1. Nutzungsanforderungen und Raumgeometrie klären
Vor der Detailplanung werden Nutzung, Bewegungsflächen, Türanschläge, Bedienhöhen und gewünschte Einbauten festgelegt. Dazu gehören Dusche, Waschtisch, WC, Stauraum, Spiegel, Beleuchtung und allfällige Anforderungen an eine schwellenarme Ausführung.
Die Raumgeometrie muss mit Rohbaumassen, Verkleidungen und fertigen Oberflächen übereinstimmen. Bereits kleine Abweichungen können später Glasbreiten, Nischen, Möbel oder die Lage von Sanitärapparaten beeinflussen.
2. Leitungsführung und Vorwandinstallation abstimmen
Sanitärleitungen, Abläufe, Vorwandelemente, Elektroanschlüsse und Lüftungsführung werden in einem gemeinsamen Planstand koordiniert. Entscheidend sind nicht nur die Anschlusspunkte, sondern auch Befestigungen, Revisionsmöglichkeiten und die erforderlichen Aufbauhöhen.
Einbauten wie Unterputzarmaturen, Spiegelschränke oder beleuchtete Nischen benötigen klare Einbaumasse und definierte Schnittstellen. Werden diese Angaben erst auf der Baustelle zusammengeführt, entstehen leicht Kollisionen oder nachträgliche Öffnungen.
3. Gefälle, Entwässerung und Bodenaufbau festlegen
Bei bodengleichen Duschen müssen Ablauf, Gefälle, Belagsdicke und Höhenlage früh zusammenpassen. Die verfügbare Konstruktionshöhe bestimmt, welche Lösung ausführbar ist und wie der Übergang zum übrigen Boden ausgebildet werden kann.
Der Gefälleverlauf wird mit Plattenformat, Fugenbild und Position der Glasabtrennung abgestimmt. So lässt sich vermeiden, dass Wasser aus dem Duschbereich austritt oder der gewünschte Belag mit der Entwässerung nicht sinnvoll kombiniert werden kann.
4. Abdichtung als durchgängiges System planen
Die Abdichtung umfasst Flächen, Ecken, Durchdringungen, Anschlüsse und Übergänge. Für Boden, Wand, Ablauf, Armaturen und Einbauteile wird festgelegt, wie die einzelnen Komponenten systemgerecht miteinander verbunden werden.
Besonders kritisch sind Wechsel zwischen Materialien und Gewerken. Eine dokumentierte Untergrundkontrolle vor der Abdichtung und eine Prüfung vor dem Plattenbelag schaffen einen nachvollziehbaren Qualitätsstand, bevor die Konstruktion verdeckt wird.
5. Plattenbild, Fugen und Einbauten bemustern
Plattenformat, Verlegerichtung, Fugenachsen und Kantenlösungen beeinflussen die Wirkung des gesamten Raums. Gleichzeitig müssen sie zu Abläufen, Armaturen, Nischen, Vorwänden und Möbeln passen. Ein Ansichtsplan macht diese Beziehungen vor der Ausführung sichtbar.
Freigegebene Produkte werden mit Artikel, Oberfläche, Format und Lieferstatus dokumentiert. Bei Naturmaterialien oder chargenabhängigen Oberflächen sind zusätzlich Sortierung und Erscheinungsbild zu beachten.
6. Glas, Möbel und Elektrodetails rechtzeitig einmessen
Glasabtrennungen und massgefertigte Möbel werden auf Basis der fertigen Geometrie eingemessen. Befestigungszonen, Leitungsverläufe und zulässige Bohrbereiche müssen dennoch bereits in der Planung bekannt sein, damit Montagepunkte nicht mit Installationen kollidieren.
Leuchten, Spiegelheizung, Steckdosen und Steuerungen werden mit den vorgesehenen Schutzbereichen und den Produktangaben koordiniert. Die fachgerechte Beurteilung und Ausführung erfolgt durch die zuständigen Fachplanenden und Unternehmen.
7. Verdeckte Leistungen und fertige Oberflächen prüfen
Vor dem Schliessen beziehungsweise Belegen werden Untergrund, Leitungen, Abdichtungsanschlüsse und Einbauteile kontrolliert und bei Bedarf fotografisch dokumentiert. Später sichtbare Kontrollen betreffen unter anderem Gefälle, Fugen, Silikonanschlüsse, Glas, Armaturen und die Funktion der Entwässerung.
Festgestellte Abweichungen erhalten Verantwortlichkeit, Frist und Nachkontrolle. Eine strukturierte Prüfung in mehreren Bauphasen ist wirksamer als eine ausschliessliche Schlusskontrolle, weil verdeckte Schnittstellen rechtzeitig beurteilt werden können.
- Rohbaumasse, Bewegungsflächen und Einbauten gemeinsam prüfen
- Sanitär, Elektro, Lüftung und Vorwand in einem Planstand koordinieren
- Gefälle, Ablauf, Bodenaufbau und Plattenformat aufeinander abstimmen
- Abdichtungsanschlüsse vor dem Belegen kontrollieren
- Freigaben, verdeckte Leistungen und Restpunkte nachvollziehbar dokumentieren



